Deutsche Bundesbahn - V 60
Anfang der 1950er-Jahre bildete sich eine Arbeitsgemeinschaft deutscher Lokomotivfabriken, um für die Deutsche Bundesbahn eine leistungsfähige Lokomotive für den Rangierdienst zu entwickeln. 1955 lieferten vier Firmen die Prototypen V 60 001 - V 60 004, die sich an den zuvor erarbeiteten Vorgaben orientierten. Die dreiachsige Lok wurde mit einem Mittelführerstand versehen, um dem Lokführer eine gute Sicht nach allen Seiten zu ermöglichen. Beim Antrieb setzte man auf den bewährten Stangenantrieb, da die neuen Gelenkwellen und Drehgestelle noch keine ausreichende Zuverlässigkeit gewährleisten konnten. Zur Verbesserung der Kurvengängigkeit wurde der mittlere Radsatz seitlich verschiebbar ausgeführt.

Bereits 1956 begann die Serienlieferung der V 60, die sich weitgehend an den vier Vorausloks orientierte. Neu war der einheitlich festgelegte Motor, und das geringere Dienstgewicht von nur noch maximal 50 t. Allerdings wurden ab 1958 auch wieder Loks gebaut, die durch einen schwereren Rahmen und eingebauten Ballast das höhere Gewicht von 54 t erreichten - dieses höhere Gewicht erwies sich im schweren Verschubdienst als hilfreich.

Neben MaK (381 gelieferte Loks) waren am Bau der Serienloks auch die Firmen Krupp (250), Henschel (151), Krauss-Maffei (51), Jung (40), die Maschinenfabrik Esslingen (36), Deutz (27) und Gmeinder (3) beteiligt.

Mit der Einführung des neuen Nummernsystems zum 1. Januar 1968 wurden die V 60 in gleich zwei Baureihen aufgeteilt: Als Reihe 260 wurden die leichteren Loks mit 58 t Dienstgewicht bezeichnet, die schweren hingegen als Baureihe 261.
Knapp zwanzig Jahre später, zum 1. Oktober 1987, wurden die Loks offiziell zu Kleinlokomotiven degradiert und fortan als 360 bzw. 361 bezeichnet. Grund für diese Maßnahme war der Wunsch der Bahn, dass die V 60 künftig auch von (weniger intensiv ausgebildeten) Kleinlokführern bedient werden durften, um Personalkosten einzusparen.
Ende der 1980er-Jahre wurden weitere Umzeichnungen durchgeführt, denn durch den Einbau von Funkfernsteuerungen wurden einzelne Loks zur Baureihe 364 und 365.
Ab 1998 begann dann die vorläufig letzte Umzeichnung der V60. Als neue Baureihen 362 und 363 werden nun funkferngesteuerte Loks bezeichnet, die nun auch mit einem neuen Caterpillar-Motor remotorisiert wurden.

Auch wenn mittlerweile schon zahlreiche Loks dieser über fünfzig Jahre alten Baureihe ausgemustert und teils verkauft wurden, ist die heute zu DB Cargo (bzw. Railion) gehörige V 60 noch immer unverzichtbar im Rangierdienst. Es hat zwar bereits 1982 Versuche mit modernen Loks gegeben, aber bis heute hat sich die DB nicht zu einer Nachfolgetype entschließen können. Auf Grund der jüngsten Modernisierungsmaßnahmen kann man wohl davon ausgehen, daß die V 60 noch einige Jahre im Betriebsdienst der DB erleben wird.

Neben den DB-V 60 hat MaK eine weitere Lok dieses Typs unter der Typenbezeichnung 650C gebaut. Sie wurde einige Jahre als Vorführlok eingesetzt, bevor sie an eine Werkbahn verkauft wurde. Leider ist nicht genau bekannt, wie diese Lok in Bezug auf Dienstgewicht und Dieselmotor ausgestattet war.

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