G 1700-2 BB
Ein Jahr nach der Auslieferung der G 1700 BB wurde auf der Innotrans 2002 in Berlin eine weitere Lokomotive mit dieser Typenbezeichnung vorgestellt. Zur besseren Unterscheidung von dieser erhielt sie die interne Bezeichnung G 1700-2 BB.

Bei dieser G 1700-2 BB handelte es sich um eine neuentwickelte Lokomotive. Ihr Herzstück bildete der aus der G 1206 bereits bekannte Dieselmotor von Caterpillar, jedoch in einer Version mit längerem Hub und einer auf 1700 kW gesteigerten Leistung. Um die höhere Motorleistung für die Traktion nutzen zu können, war die Verwendung des Getriebes L 620 reU2 von Voith notwendig. Im Gegensatz zu dem bei der G 1206 verwendten Turbowendegetriebe besitzt es nur zwei Wandler und eine mechanische Schaltstufe für den Richtungswechsel, kann aber eine höhere Leistung vom Motor aufnehmen.

Um diese Maschinenanlage herum wurde eine weitgehend neue Lokomotive konstruiert. Von der G 800 BB wurden die neuen Einheitsdrehgestelle und das geräumige Führerhaus übernommen. Der Rahmen ist eine gewichtsoptimierte Schweißkonstruktion, der es erlaubt die gegenüber der G 1206 größere G 1700-2 BB leichter als diese mit einer minimalen Radsatzlast von nur 20 t zu bauen. Darüber hinaus gab es zahlreiche kleinere Weiterentwicklungen. Die Elektrik der Maschine wurde weitgehend in einem im hinteren Vorbaus untergebrachten E-Modul im hinteren Vorbau untergebracht. Dieser beherbergt darüber hinaus wie gewohnt die Druckluftausrüstung, in der ein Schrauben- aunstelle der bisher üblichen Kolbenkompressoren verwendet wird. Äußerlich unterscheidet sich die G 1700-2 BB von ihren Vorgängertypen insbesondere durch die abgeschrägten Hauben und die freistehend auf den Umläufen angebrachten unteren Stirnleuchten.

Seit 2003 wurde die G 1700-2 BB an verschiedene Privatbahnen in Deutschland und Österreich, sowie an Leasingunternehmen geliefert. Die Maschinen weichen dabei in einigen Details von einander ab. Neben Ausstattungsunterschieden betrifft dies insbesondere die Dienstmasse, die von 80 bis 88 t variiert. Ein Teil der Lokomotiven ist außer in Deutschland auch in Österreich zugelassen, wobei es zu einige zulassungsbedingten Änderungen kam. Besonders auffällig sind hier die in Österreich geforderten Schneepflüge.

Einen besonderen Exoten stellt die 5001591 dar. Bei ihr handelt es sich zwar um eine Maschine der Grundausführung, jedoch wurde sie an die im Aufbau befindliche Eisenbahn der unter UN-Verwaltung stehenden ehemaligen jugoslawischen Provinz Kosovo geliefert.

© Copyright 2004-2017 by loks-aus-kiel.de