Südlich des Nord-Ostsee-Kanals
Mitte der 1990er Jahre hatte Voith das Getriebe LS 640 reU2 entwickelt, welches durch MaK (später Vossloh) in eine entsprechend leistungsstarke Lokomotive eingebaut und den Generationswechsel der Großdiesellokomotiven bei der Deutschen Bundesbahn einläuten sollte. Durch die politische Wiedervereinigung und der daraus resultierenden Verschmelzung der Deutschen Bundesbahn mit der Deutschen Reichsbahn zur Deutschen Bahn AG, standen dieser nun leistungsstarke Großdiesellokomotiven zur Verfügung, so dass ein angedachter Entwicklungsauftrag an MaK nicht mehr erteilt wurde. Da von Seiten MaK somit kein Bedarf an der Entwicklung einer Großdiesellok in dieser Leistungsklasse mehr bestand, war die bisherige Grundlage zur Verwendung des Getriebes nicht mehr gegeben.

Daher waagte Voith den Schritt und gründete mit der Voith Turbo Lokomotivtechnik GmbH & Co. KG ein eigenständiges Unternehmen, welches sich fortan mit der Entwicklung und dem Bau von dieselhydraulischen Lokomotiven befassen sollte. Das erste Ergebnis wurde 2006 in Berlin auf der Innotrans in Form der Maxima 40 CC (Voith 30017 / 2006) erstmalig dem interessierten Fachpublikum präsentiert. Voith bietet derzeitig die Maxima in zwei Leistungsvarianten an, welche als Maxima 30 CC sowie Maxima 40 CC bezeichnet um mit einem Motor des belgischen Herstellers ABC bestückt sind. Erste Exemplare konnten zwischenzeitlich an die hvle sowie an die Stock-Transport verkauft werden.

Ebenfalls auf der Innotrans 2006 präsentierte Voith erstmalig sein vollständiges Lokprogramm, welches neben der Maxima auch noch die Gravita-Lokfamilie vorstellte. Bei der Gravita handelt es sich ebenfalls um eine dieselhydraulische Lokomotive, die jedoch im Gegensatz zur Maxima nicht als Endführerstands-, sondern als Mittelführerstandsmaschine konzipiert ist. Neben drei Leistungsvarianten bei der vierachsigen Drehgestellversion, werden auch jeweils eine drei- sowie zweiachsige Variante angeboten. Eine Gravita wurde auf der Innotrans 2008 dem Fachpublikum erstmalig präsentiert. Bereits im September 2008 kündigte die Deutsche Bahn AG an, bei Voith eine insgesamt 130 Maschinen umfassende Serie der Gravita in Auftrag zu geben. Mit der Auslieferung dieser künftig unter der Baureihe 260 eingereihten Fahrzeuge ist ab Mitte / Ende 2010 zu rechnen. Die Maschinen, welche für die DB-Tocher DB Schenker Rail AG vorgesehen sind, sollen dort Fahrzeuge der Baureihen 291 / 295 sowie 298 ersetzen. Sie sind mit einem 8-Zylinder-Motor von MTU, PZB 90, einer Funkfernsteuerung sowie einer Rangierkupplung ausgestattet.

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